Gartenstadt Düppel e. V.

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Wildschweinplage gefährdet die Bewohner der Gartenstadt Düppel

Mit einem Schreiben hat sich der Gartenstadt Düppel e.V. an die Bezirksbürgermeistering von Steglitz-Zehlendorf gewendet. Das komplette Schreiben kann hier abgerufen werden: Schreiben des Gartenstadt Düppel e.V. zur Wildschweinplage an die Bezirksbürgermeisterin

Auszug aus dem Schreiben:

Sehr geehrte Frau Bezirksbürgermeisterin,

auf die zunehmende Problematik mit den Wildschweinen im Wohngebiet der Gartenstadt Düppel wurden Sie bereits durch einige Bewohner mit Schreiben vom 05.06.2020 hingewiesen und um Unterstützung gebeten. Leider war die einzige Reaktion ein ziemlich lapidares Schreiben. Hilfsmaßmahmen oder Aktivitäten zur Problemlösung ihrerseits waren nicht zu erkennen.
Zwischenzeitlich haben wir Gespräche mit dem zuständigen Förster geführt und uns zusätzlich über Problemlösungsansätze anderer Bundesländer wie z.B. Kleinmachnow / Stahnsdorf informiert.
All dies waren Initiativen unserer Bewohner. Unterstützung durch ihre Bezirksverwaltung hätten wir gern in Anspruch genommen, aber leider nicht erfahren.
Inzwischen hat sich die Problematik deutlich verschärft. Längst geht es nicht mehr um die Zerstörung der Vorgärten und der öffentlichen Parkflächen, sondern um eine latente Gefahr der Gartenstadtbewohner durch vagabundierende Wildschweinrotten mit bis zu 35 Tieren. Es entstehen dadurch Situationen, bei denen Bewohner nicht mehr in ihre Häuser kommen, weil eine ganze Rotte den Hauseingang blockiert und sich auch nicht von den Menschen stören läßt. Auch in den umliegenden Nachbarschaften ist die Gefahr ganz konkret: So zum Beispiel der Unfall mit einem Motorradfahrer am Pfingstmontag gegen 19:15 in der Onkel-Tom-Straße Richtung Argentinische Allee.

Die Bewohnerinnen und Bewohner der waldnahen Viertel sind zwar Begegnungen mit Wildschweinen gewöhnt. Der Förster konnte uns jedoch bestätigen, dass Wildschweine sich aufgrund des Klimawandels sehr erfolgreich vermehren können. Die Eichen und Buchen blühen im Hitzestress öfter und werfen mehr Eicheln und Bucheckern ab, die Wildschweine haben also mehr natürlichen Fraß. Die milden Winter lassen fast alle Jungtiere überleben. Wenn weiter so gejagt wird wie bisher, so der Förster, können sich die Bestände im Jahr verdreifachen. Es handelt sich also um eine außergewöhnliche Situation, die sich von alleine nicht lösen wird.

Nicht zu unterschätzen ist ebenfalls, dass sich mittlerweile in Berlin vielfach Auswirkungen der überhöhten Wildschweinpopulation auf Fauna und Flora zeigen. So stellte der NABU-Berlin bereits in 2009 fest, dass FFH-Lebensraumtypen und nach §26a NatSchG Bln geschützte Biotope wie z.B. wertvolle Moore, Sumpf- und Schilfgebiete zunehmend mechanisch zerstört werden. Die fast flächendeckende Wühltätigkeit der Wildschweine führt an verschiedenen Standorten zu starkem Bodenaufbruch. So ist bereits ein Rückgang gefährdeter Pflanzen und seltener Pflanzengesellschaften festgestellt. Seltene und extrem gefährdete Insekten-, Amphibien- und bodenbrütende Vogelarten sind von diesen Veränderungen vermutlich ebenfalls betroffen.

Dies zeigt u.E. , dass sich aus einer latenten Gefahr schnell eine konkrete Gefahr entwickeln kann. Aufgrund dieser Ausgangssituation ist das Handeln der Bezirksverwaltung gefagt!

Im Namen des Vereins Gartenstadt Düppel e.V. fordere ich Sie dringend auf, ihre Kompetenzen zur Abhilfe der geschilderten Problematik einzusetzen, bevor es zu einer Verletzung von Menschen kommt. Gern sind wir auch zu einem klärenden Gespräch und zu einer Präsentation diverser aktueller Bilddokumente zur Veranschaulichung der Situation bereit.

Mit freundlichen Grüßen

Thomas Harkenthal
1. Vorsitzender Gartenstadt Düppel e.V.

 

 

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